Spannung an der Spitze

August 16th, 2016

Noch etwa eine halbe Stunde, dann ist auch der 2. Contest der IOI 2016 vorbei. An der Spitze ist es spannend: Ce Jin aus China hat heute volle Punktzahl (bislang als einziger) und liegt mit insgesamt 597 von 600 Punkten vorne. Sein Landsmann Zuofan Wu, der am ersten Tag volle Punktzahl hatte, kann ihn als einziger noch überholen. Allerdings kämpft er schon länger mit der Aufgabe „Aliens“, heute die offensichtlich schwierigste Aufgabe.

Blick durch eine verschlungene Metallplastik auf die Treppe der Sportakademie, wo der Hashtag #IOI2016 aufgebaut wird.

Im Fokus: Ein Hashtag wird generiert.

Die deutschen Teilnehmer haben mit den vorderen Rängen leider nichts zu tun. Allein Nicolas Faroß liegt im Bereich der Bronzemedaillen. Wenn das so bleibt, dürfte dieses Ergebnis das schwächste Abschneiden eines deutschen IOI-Teams bedeuten.

2. Contest

August 16th, 2016

Seit gut 90 Minuten läuft in Kazan der zweite Contest der IOI 2016. Der Verlauf kann wieder in Echtzeit verfolgt werden, zumindest was den Punktestand angeht. Viel lieber würde man natürlich in den Hirnwindungen der Teilnehmer Mäuschen spielen und mitbekommen, wann ihnen die genialen Ideen kommen – oder weshalb sie in die falsche Richtung denken und die genauen Lösungswege nicht erkennen. Das algorithmische Problemlösen ist halt doch kein Sport, bei dem man einfach erkennen kann, wer schneller läuft, höher springt, den nächsten Punkt oder das nächste Tor macht, eleganter und sicherer turnt oder reitet, den Gegner auf die Matte wirft oder den nächsten Schuss ins Schwarze bringt – oder nicht. Bei der IOI wäre lautes Denken wohl die beste Möglichkeit, den „Kampf“ um die richtigen Lösungen nachzuvollziehen.

Bei der Aufgabenauswahl am Vorabend haben die Teamleiter lange über eine vergleichsweise leichte Aufgabe diskutiert, die in ähnlicher Form auf einer eher exotischen Website veröffentlicht ist. Sie wurde von der Mehrheit angenommen, sicher auch weil sie wohl die leichteste Aufgabe dieser IOI ist. Im Echtzeit-Ranking sind die Punkte für diese Aufgabe unter Spalte 4 zu finden. Hier kann man einige Punkte machen, indem man alle möglichen Antworten daraufhin überprüft, ob es sich um eine richtige Lösung handelt. Brute Force, also rohe Gewalt nennt die Informatik diese Vorgehensweise recht illustrativ. Wegen des damit verbundenen hohen Rechenaufwands ist sie meist nur für sehr einfache Probleme und kleine Datenmengen geeignet. Wie man sieht, gibt es für diese Aufgabe nach mittlerweile 100 Minuten schon reichlich 100-Punkte-Lösungen (für die man aber komplexere Lösungsansätze benötigt) – leider aber noch nicht von den deutschen Kandidaten. Warten wir’s ab und drücken die Daumen!

Ausflug nach Kasan

August 16th, 2016
Eine leere, weiße Zeltbühne vor der Kasanka

Bühne: Sparsam besetzt, die Plätze sind bislang nicht eingenommen.

Der heutige wettbewerbsfreie Tag führte Contestants und Begleitung am Morgen wieder nach Kasan. Die Stadttour zum Thema „Sport in Kasan“ erwies sich als nicht überbordend, aber informativ (es sind also 17.000 Schlafplätze in Universiade Village). Recht schnell wurden alle aus den Bussen gepeitscht und konnten sich am Ufer der Kasanka – wenn sie denn wollten – insbesondere auf Inline-Skates vergnügen. Die Klaviereinlagen einzelner Contestants taten das Übrige zu guter Oberfläche und gutem Wetter.

Nico, Marian, Viktor und Nicolas vor der Kasanka

Contestants (Reihe oben) vor der Kasanka mit ihren Badges (Reihe unten)

Der Ausflug bei vollem Tageslicht (vgl. dagegen gestern) bot umso mehr Gelegenheit, fotografischen Nachschub für diesen Blog zu beschaffen. Das Nachmittagsprogramm bot den Contestants an das Sabantuy-Fest angelehnte mehr oder weniger sportliche und weniger oder mehr grausame (einen Fisch in einem Becken fangen) Aktivitäten.

Ausschnitt aus dem Haus der Presse in Kasan

Inmitten des Gewirrs aus zaristischem, sozialistischem und postsozialistischem Klassizismus mit wahlweise griechischen und/oder islamischen Bezugspunkten findet sich auch das (fragwürdig „modernisierte“) konstruktivistische Haus der Presse von 1935.

Morgen früh um 9:00 Ortszeit (UTC+3) startet die zweite und letzte Contestrunde. (Einen Schritt zurück: Die Übersetzungsarbeit ist hoffentlich bald bei allen Teams abgeschlossen, sodass die Depütierten ins Bett kommen können.) Die Ergebnisse werden also morgen Mittag vorläufig und morgen Abend endgültig feststehen.

Auschschnitt des Im-Bau-Befindlichen Riesenrads in Kasan

Das derzeit nicht funktionstüchtige der beiden Riesenräder Kasans

1. Contest und Ausflug nach Kasan

August 15th, 2016
A crowd in front of the contest hall (labelled as such by a sign)

Hier ist die Diffusion der Geschöpfe zwischen Contest-Raum und Außen noch großteils behindert.

Die Ergebnisse des ersten Contests stehen fest (es gab keinerlei Anfechtungen): Einzig Zuofan Wu erreichte eine volle Punktzahl, Ce Jin und Vladislav Makeev folgen mit nur drei von dreihundert Punkten Abstand, indem sie eine Teilaufgabe weniger in der Aufgabe shortcut lösten. Aus dem unserer Auswahl entsprungenen Team liegen Nicolas und Marian im Bronze-Bereich, in dem der Großteil der Punkte auf die Aufgabe molecules stammt, die mehr als die Hälfte der Contestants vollständig gelöst haben.

Die Kasanka, davorn Laternen, dahinter Schornsteine

Erste Näherungen des Blicks an Wolga und Kasanka (ein nichtrepräsentativer Ausschnitt hier im Bild) fanden statt.

Die Begleitungen der Teams hielten übrigens während des Contests die zugehörige Konferenz ab, zu der einige der diesjährigen Beiträge der IOI-Zeitschrift Olympiads in Informatics vorgestellt wurden. Zentral für einen Großteil der Beiträge waren Fragen, wie versucht werden kann, junge Leute trotz sehr ungleicher Bedingungen (gedacht sei an die fortwährende massive Untereinbeziehung von Mädchen bei der IOI, länderspezifisch auch an Unterschiede zwischen Zentren und Peripherie, zwischen Elite-Schulen und gewöhnlichen Schulen) in der Breite und auf allen Stufen jeweils erfolgreich damit vertraut zu machen, mit informatischen Problemen umzugehen. Teils richtete sich der Blick auf eher landesspezifische Organisationsfragen, teils auf eher allgemeinere didaktische Überlegungen. Mit algorithmisch interessanter Thematik wartete der Vortrag zur Einsetzbarkeit von Wavelet-Bäumen in Wettbewerben auf.

Stern auf der Spitze eines Tores des Kasaner Kremls, verdeckt von den Ästen eines Baums

Trotz verdeckendem Wuchs und Unschärfe (Bild) ragt der Stern als Spitze des Tores klar, deutlich, einzeln in die Luft.

Der nachmittägliche Ausflug führte – von folkloristisch motivierten Zwischenhalten abgesehen – in die Altstadt, in der dem Kasaner Kreml ein kurzer Besuch abgestattet wurde. Weitere Berichte folgen, morgen früh geht es wiederum gen Stadtzentrum.

Mauer des Kremlins von Kasan, davor eine Straße und eine Wiese. Ein grünes Ampellicht

Grünes Licht: Aus den Mauern des Kremlins wird nun in die des Universiade Villages zurückgeführt.

Echtzeit-Ranking

August 14th, 2016

Nur ein kurzer Hinweis: Der 1. Contest der IOI 2016 läuft. Es gibt wieder ein Echtzeit-Ranking.

Nach dreieinhalb Stunden liegen Nicolas Faroß und Marian Dietz im Bereich der Medaillen. Aber es ist natürlich noch alles offen.

IOI 2016 in Kasan eröffnet

August 14th, 2016
Marian, Nico, Nicolas und Viktor (v. l. n. r.) im University Village in Kasan

Marian, Nico, Nicolas und Viktor (v. l. n. r.) im Universiade Village

Die diesjährige Internationale Informatik-Olympiade wurde heute in Kasan eröffnet. Unser Team ist gestern Abend gemeinsam in Kasan, Hauptstadt der Republik Tatarstan als Teil Russlands. Untergebracht sind die Contestants und ihre Begleitpersonen in den Wohnheimen des Universiade Village, einer in der Vergangenheit vor allem sportlicheren Sportveranstaltungen (Schwimmweltmeisterschaft …) als dieser dienenden Anlage, auch Campus für sportorientiertere Hochschulinstitutionen Kasans. Hier finden auch die Contests statt.

Papier mit der Aufschrift „DON’T TOUCH ANYTHING BEFORE THE START OF COMPETITION“ auf einem Laptop

Noli me tangere. Aber bei der practice session war es ohnehin noch nicht so weit.

Auf die practice session zum Testen der Computersysteme folgte die offizielle Eröffnung: Projektion, Popmusik, Folklore …, stets im Zeichen der Repräsentanz. Eine Prise Salz in die vermittelte politische Selbstgewissheit, die sich aus Anlass der IOI auf den Fortschritt der IT-Wirtschaft zu stützen suchte, brachte der IOI-Präsident Krassimir Manev ein, indem er auch auf die Nichtteilnahme von Teams aus politisch-diplomatischen oder finanziellen Gründen verwies.

Tänzerinnen und Tänzer halten eine Weltkugel. Ein einzelner Tänzer hält eine

Feierlich-einheitliche Abschlusspose zweier disparater Kügelchen?

Wir hoffen für alle Contestants, dass sie nun zu dieser Stunde schon einen guten Schlaf gefunden haben, um morgen früh antreten zu können. Am morgigen Nachmittag wird es erstmals hinaus ins Stadtzentrum Kasans gehen. Das deutsche Begleit-Duo wird im Fall des Contests von den Contestants wohlisoliert, im Fall des Ausflugs hingegen hautnah dabei sein und zeitnah die nächsten Berichte liefern.

Wolfgang Pohl vor den Contestants und dem Guide in der Absicht, diese gleich zu fotografieren

Unermüdlich für diese Website ins Bild setzend, hat er sich selbst ins Bild gesetzt: Team Leader Wolfgang Pohl.

Abschlussbericht

Juli 23rd, 2016

Freitag 22. 7.

Am Ende des letzten Tages der CEOI hieß es dann noch, die Teinehmer gebührend zu ehren. Zu diesem Zweck fand als erstes einmal die Medaillenverleihung statt. Dabei galt, wie der ehemalige rumänischer Teilnehmer Andrei Heidelbacher in seiner Ansprache ganz treffend gesagt hat: “All of you are winners for participating in the CEOI.”

Warte auf die Medaillenverleihung

Das Warten auf die Medaillenverleihung.

Anschließend folgte das Abschlussdinner. Hier wurde dann zu Wein und schier unendlichen Mengen an rumänischen Essen gescherzt und getanzt: Mit von der Partie war wieder die Tanzgruppe, der wir schon am Dienstag begegnet waren, und die ihr Publikum sehr erfolgreich zum mittanzen motivieren konnte. Außerdem wurden Karten- und Brettspiele ausgepackt, etwas das vorher während der CEOI zeitlich kaum möglich war.

Nach dem Abschlussdinner gab es für das deutsche Team aber leider nicht den verdienten Schlaf; um 2 Uhr mussten wir leider schon aufbrechen, um noch rechtzeitig den gebuchten Flug in Iași zu bekommen. Auch Bus, Flughäfen Flugzeuge luden nicht zu dem wirklich erholsamen Schlaf ein – was freilich niemanden von dem ein oder anderen Nickerchen abgehalten hat.

Warten auf dem Flughafen Iași.

2:00 morgens, auf dem Flughafen Iași. Müdigkeitslevel: hoch.

Inzwischen ist das deutsche Team aber sicher und wohlbehalten auf dem Frankfurter Flughafen gelandet und verstreut sich seitdem wieder auf die Bundesrepublik.

Was am Ende einer Informatikolypiade natürlich nicht fehlen darf, sind die Medaillenfotos. Hier sind sie:

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Das deutsche Team mit Coaches und Guides.

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Unsere beiden Medaillenträger!