Archive for the ‘IOI’ Category

Bild mit Goldmedaille

Freitag, August 4th, 2017

Zwischen der (langwierigen) Schlussfeier im feudalen “International Conference Center” in Teheran mit der Siegerehrung und der Abreise des deutschen Teams war praktisch keine Zeit. So erscheint das versprochene Bild mit Goldmedaille leider erst heute – aber es ist ja immer noch schön! 🙂

Das deutsche Team bei der IOI 2017 nach der Siegerehrung – und mit Medaillen (vlnr: Robert Hönig, Lukas Michel, Marian Dietz und Nicolas Faroß).

Mittlerweile ist das Team wieder gut in Deutschland angekommen. Marian Dietz und Robert Hönig sehen sich bei der Endrunde des 35. Bundeswettbewerbs Informatik wieder, die im September am HPI in Potsdam ausgerichtet wird.

Im nächsten Jahr findet die IOI in Japan statt. Einen pikanten Vorgeschmack auf den damit verbundenen Kulturwechsel gab es bei der Schlussfeier. Zwischen den überlebensgroßen Porträts der Religionsführer und Ajatollahs Khomeini und Chamenei zeigte sich im IOI-2018-Trailer der Japaner eine eher leicht bekleidete junge Anime/Manga-Dame – ganz ohne Kopftuch!

Impressionen aus Teheran

Mittwoch, August 2nd, 2017

Vor dem morgigen Schlusstag wurde noch einmal Atem geholt bei einem Ausflug in das Zentrum von Teheran. Der Besichtigung des Golestan-Palastes schlossen sich ein Gang durch den großen Basar der iranischen Hauptstadt und der Genuss einer Tasse Tee in einem traditionellen iranischen Restaurant an. Bevor also morgen noch ein Bild mit Medaillen erscheinen wird, zeigen wir nun noch ein paar Impressionen von der IOI 2017 – die allen zukünftigen IOI-Kandidaten hoffentlich Lust auf mehr machen.

Ein Blick aus der Unterkunft der Teamleitung, auf den Nordrand von Teheran und den umliegenden Gebirgszug.

Die “Nature Bridge” ist eine der modernen Sehenswürdigkeiten Teherans und verbindet die beiden Hälften eines Parks – über einen der fast permanent verstopften Highways in und um Teheran.

Das deutsche IOI-Team (hinten) mit anderen Contestants aus Finnland und Hong Kong sowie iranischen Team-Guides und anderen HelferInnen beim Ausflug in den Botanischen Garten Teherans, aus vorrevolutionären Zeit der Pahlevi-Schahs.

Löwe und Sonne: die staatlichen Symbole des Iran vor der islamischen Revolution sind auf einem Mosaik im Golestan-Palast in Teheran zu bewundern.

Nach hartem Wettbewerb genießt die deutsche Delegation eine verdiente Pause in einem traditionellen iranischen Restaurant.

Ausflug

Dienstag, August 1st, 2017

Gestern fand ein Ausflug statt. Aufgrund der Länge und des iranischen Wetters war der recht anstrengend:

Marian, Nicolas und Lukas in einem ansonsten leeren Bus.

Deutsche Pünktlichkeit: Robert (hinter der Kamera), Marian, Nicolas und Lukas sitzen planmäßig um 8:30 Uhr morgens im Bus. Von den anderen Teams ist noch nicht allzu viel zu sehen.

 

Anahita (unser Guide), Nicolas, Lukas, Robert, Marian und Julian (Deputy Leader) (v.l.n.r.) in circa 280 Meter Höhe über Teheran auf dem Milad Tower, dem sechsthöchsten Telekommunikationsturm der Welt.

 

Nach dem sehr erfolgreichen Contest heute werden wir den botanischen Garten besuchen, in dem interessanterweise auch das GA Meeting stattfinden wird. Unter anderem werden dort ein paar technische Probleme besprochen werden, die während des Contests auftraten und dazu führten, dass dieser um 30 Minuten verlängert wurde.

 

Go for Gold?

Dienstag, August 1st, 2017

Der zweite Tag läuft, knapp drei von fünf Stunden sind vorbei. Lukas Michel hat ziemlich früh zwei der drei Aufgaben vollständig gelöst und lag damit zwischenzeitlich auf Platz 4 im Gesamtranking. Sensationell! Mittlerweile haben andere Teilnehmer nachgezogen und ihn überholt – eine ganz normale Entwicklung. Derzeit liegt Lukas auf Platz 8 – aber am zweiten Tag alleine liegt er immer noch vorne. Wenn er in der dritten Aufgabe auch noch Punkte holt, ist eine Goldmedaille in Reichweite.

Auch Marian Dietz hat eine Aufgabe fast komplett gelöst und liegt damit derzeit im oberen Bereich der Bronzemedaillen. Auch Robert Hönig hat bereits 70 Punkte gesammelt und hat eine Bronzemedaille im Blick. Die verbleibenden zwei Stunden werden also richtig spannend. Wir schauen weiter aufs Scoreboard, das heute wirklich live die Veränderungen in den Ergebnissen zu übermitteln scheint!

Stand nach dem ersten Tag

Montag, Juli 31st, 2017

Der erste Wettbewerbstag ist vorüber und ließ die Contestants leicht ermattet zurück. Interessante, aber auch schwierige Aufgaben waren zu bearbeiten und verlangten kreative Ideen und Lösungsansätze. Auch anhand der Rangliste ist zu erkennen, dass die Aufgaben eher ungewöhnlich waren: Die Herkunft der Spitzenreiter (bis etwa Platz 25 wird es Goldmedaillen geben) ist bunter gemischt als üblich.

Die deutschen Teilnehmer kamen unterschiedlich gut mit den Aufgaben zurecht. Am weitesten vorne liegt Lukas Michel, der als einer von nur etwa 40 Contestants die Aufgabe “wiring” komplett löste und auch in beiden anderen Aufgaben Punkte sammeln konnte. Sein Platz 37 lässt auf eine Silbermedaille hoffen. Marian Dietz hätte sogar noch ein wenig besser sein können als Lukas, verpasste durch einen ärgerlichen Fehler aber knapp 50 Punkte und liegt nun auf Platz 89 im oberen Bereich der Bronzemedaillen; mit einem guten zweiten Tag kann es vielleicht noch Silber werden. Nicolas Faroß und Robert Hönig liegen – nah beieinander – knapp außerhalb der Medaillenränge, aber jeweils noch mit einer Bronzemedaille im Blick.

Für den zweiten Wettbewerb am morgigen Dienstag drücken wir allen die Daumen!

IOI 2017: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …

Sonntag, Juli 30th, 2017

Nach einem ruhigen Flug ist das deutsche IOI-Team am Freitag gut in Teheran angekommen. Da wir unsere Visa vorab erteilt bekommen hatten, verlief die Einreise absolut problemlos. Vom deutschen Team-Guide Anahita, die nicht nur sehr gut Englisch, sondern auch mehr als ordentlich Deutsch spricht, wurden wir dann herzlich begrüßt – und gleich mit ihr fotografiert und gefilmt; auch eine IOI ist heutzutage ohne medialen Output wohl undenkbar.

Das deutsche Team nach der Ankunft, noch im Imam-Khomeini-Airport in Tehran (nein, hier fehlt kein e, sondern so wird die iranische Hauptstadt international buchstabiert).

Eine IOI läuft nach wohl erprobtem Plan ab. Am ersten Tag stand dann zuerst die “practice session” auf dem Programm. Hier können die Teilnehmer die Arbeitsumgebung ausprobieren, die ihnen an den Wettbewerbstagen zur Verfügung steht. Und auch für die Veranstalter ist das ein wichtiger Test. Und so tauchten denn auch einige kleinere Fehler auf, die aber anschließend leicht beseitigt werden konnten. Die wichtigste Neuerung im Wettbewerbssystem ist der “Call the Staff” Button, mit dem Hilfe herbeigerufen werden kann – fast wie im Flugzeug, aber nur fast, denn im Gegensatz zum Flugzeug braucht man bei einer IOI auch Hilfe beim Gang zur Toilette (aber wirklich nur beim Gang dorthin ;-).

Die (sehr guten) Hotels, in der wir untergebracht sind, und der Wettbewerbsort liegen unmittelbar nebeneinander. Dafür ein großes Lob an die Veranstalter! Dass Teheran eine “Mega-City” ist, wurde dann aber im Zusammenhang mit der Eröffnungsfeier deutlich: Der Transfer zum Milad Tower Center dauerte reichlich lange, die Busse kamen im alltäglichen Verkehrschaos teils nur schrittweise voran. Das nutzte die Teamleitung, die bei solchen Gelegenheiten getrennt von den Teilnehmern unterwegs ist, für einen kurzen “Power Nap”.

Die Eröffnungsfeier selbst war bunt und vielseitig, mit viel iranischer Folklore und spontanen Interviews mit einigen der Contestants. 84 Delegationen wurden vorgestellt, und dass dabei für Deutschland die Bundesdienstflagge gezeigt wurde, war natürlich kein Problem; dass für Südkorea die Flagge von Nordkorea erschien, war da schon etwas weniger lässlich … Unsere Contestants zeigten sich davon jedenfalls unbeeindruckt und ganz entspannt.

Die deutschen Teilnehmer an der IOI 2017 (vlnr): Robert Hönig, Nicolas Faroß, Lukas Michel und Marian Dietz.

Nun ist auch der erste Wettbewerbstag gestartet und läuft seit etwa 90 Minuten. Wie in den letzten Jahren können die Ergebnisse live auf dem Scoreboard verfolgt werden. Marian und Robert haben sich bereits die ersten Punkte sichern können. Die Spannung steigt! Und auch die Aufgaben sind bereits veröffentlicht.

IOI 2016 beendet

Donnerstag, August 18th, 2016
Pyramide von Kasan vom Kreml-Hügel aus gesehen

Der Ort der Medaillenverteilung: Pyramide.

Mit der Schlussfeier (gefolgt von Festessen und noch nicht gefolgt von der Abreise) endete die diesjährige IOI in Kasan. An die Aushändigung der Medaillen waren Musik- und Tanzeinlagen ähnlich wie bei der Eröffnungsfeier (ioi-training.de berichtete) und kürzere, aber umso zahlreichere repräsentative Ansprachen geknüpft. Ein Beatboxing-Auftritt dagegen überraschte doch. Nicolas Faroß erhielt hier seine Bronze-Medaille. Ob von algorithmischen Problemen aus der einzige Weg in die IT-Industrie führt, wie von Ansprache zu Ansprache suggeriert wurde, ist indes für einige Contestants wohl zumindest noch offen.

Nico, Nicolas (mit Bronze-Medaille), Viktor und Marian

Nico, Nicolas (mit Bronze-Medaille), Viktor und Marian

Während des Ausflugs der Contestants zur Universität von Kasan tagte zum Letzten die Generalversammlung. Besonders diskutiert wurden die unterstützten Programmiersprachen in den Contests: Während große Einigkeit darin bestand, dass es ab nächstem Jahr nicht mehr nötig ist, C zu unterstützen (wegen des einfach möglichen Wechsels auf C++ für die wenigen betroffenen Contestants), war die Unterstützung von Pascal kontrovers: Die wissenschaftlichen und technischen Komitees der IOI nehmen in den Blick, die Möglichkeit, in Pascal Lösungen zu schreiben, ab 2019 nicht mehr anzubieten. Bezüglich Python konnten für dieses Jahr kein Konsens und keine breite Mehrheit für einen Modus gefunden werden, der eine Aufnahme erlauben würde: Dabei standen sich der Ansatz, die Zeitlimits für Python-Einsendungen herabzusetzen (was wiederum in manchen Fällen einen Vorteil geben mag), und derjenige, die Aufgaben so zu entwerfen, dass nur die Lösbarkeit einzelner Subtasks in Python gewährleistet ist, unversöhnlich gegenüber. Für die IOI im nächsten Jahr in Teheran im Iran ist eine noch zu konkretisierende Parallelveranstaltung angesetzt, die auch dem israelischen Team, dem eine Teilnahme im Iran unmöglich ist, erlauben soll, Plätze im offiziellen IOI-Ergebnis und Medaillen zu erlangen.

Morgen geht es schon um 6:20 mit dem Bus Richtung Flughafen. Auch dieser Text verabschiedet sich daher!