Archive for the ‘IOI’ Category

IOI 2016 beendet

Donnerstag, August 18th, 2016
Pyramide von Kasan vom Kreml-Hügel aus gesehen

Der Ort der Medaillenverteilung: Pyramide.

Mit der Schlussfeier (gefolgt von Festessen und noch nicht gefolgt von der Abreise) endete die diesjährige IOI in Kasan. An die Aushändigung der Medaillen waren Musik- und Tanzeinlagen ähnlich wie bei der Eröffnungsfeier (ioi-training.de berichtete) und kürzere, aber umso zahlreichere repräsentative Ansprachen geknüpft. Ein Beatboxing-Auftritt dagegen überraschte doch. Nicolas Faroß erhielt hier seine Bronze-Medaille. Ob von algorithmischen Problemen aus der einzige Weg in die IT-Industrie führt, wie von Ansprache zu Ansprache suggeriert wurde, ist indes für einige Contestants wohl zumindest noch offen.

Nico, Nicolas (mit Bronze-Medaille), Viktor und Marian

Nico, Nicolas (mit Bronze-Medaille), Viktor und Marian

Während des Ausflugs der Contestants zur Universität von Kasan tagte zum Letzten die Generalversammlung. Besonders diskutiert wurden die unterstützten Programmiersprachen in den Contests: Während große Einigkeit darin bestand, dass es ab nächstem Jahr nicht mehr nötig ist, C zu unterstützen (wegen des einfach möglichen Wechsels auf C++ für die wenigen betroffenen Contestants), war die Unterstützung von Pascal kontrovers: Die wissenschaftlichen und technischen Komitees der IOI nehmen in den Blick, die Möglichkeit, in Pascal Lösungen zu schreiben, ab 2019 nicht mehr anzubieten. Bezüglich Python konnten für dieses Jahr kein Konsens und keine breite Mehrheit für einen Modus gefunden werden, der eine Aufnahme erlauben würde: Dabei standen sich der Ansatz, die Zeitlimits für Python-Einsendungen herabzusetzen (was wiederum in manchen Fällen einen Vorteil geben mag), und derjenige, die Aufgaben so zu entwerfen, dass nur die Lösbarkeit einzelner Subtasks in Python gewährleistet ist, unversöhnlich gegenüber. Für die IOI im nächsten Jahr in Teheran im Iran ist eine noch zu konkretisierende Parallelveranstaltung angesetzt, die auch dem israelischen Team, dem eine Teilnahme im Iran unmöglich ist, erlauben soll, Plätze im offiziellen IOI-Ergebnis und Medaillen zu erlangen.

Morgen geht es schon um 6:20 mit dem Bus Richtung Flughafen. Auch dieser Text verabschiedet sich daher!

Ergebnis und zweiter Ausflugstag

Donnerstag, August 18th, 2016
Schilder mit der Aufschrift „2“ und „3“ vor Gebäuden des Klosters von Svijažsk

Volunteers markieren Gebäude des Klosters von Svijažsk.

Das Ergebnis der IOI steht seit gestern Abend fest: Ce Jin erreicht den ersten Platz mit einer vollen Punktzahl im zweiten Contest und nur einer ungelösten Unteraufgabe im Wert von 3 Punkten im ersten Contest. Zuofan Wu, der am ersten Contesttag die volle Punktzahl erreichte, hat letzteren nicht mehr überholt und nur die Subtasks im Wert von 60 Punkten bei „Aliens“ gelöst. Ce Jin blieb der einzige, der die Aufgabe „Aliens“ perfekt gelöst hat. Die (von der Organisation angedachte) Lösung erforderte, anstatt einer direkten zu langsamen Lösung mit dynamischer Programmierung, eine einfachere, mit einem eindimensionalen DP-Ansatz schnell lösbare Variante des Problems zu formulieren, von der dann eine Instanz zu finden ist, die die Lösung des eigentlichen Problems liefert. Aus der BWINF-Auswahl hat Nicolas Faroß eine Bronzemedaille erreicht. Mit Blick auf die Schweiz, mit der wir die Übersetzungsarbeit unter anderem geteilt haben, gratulieren wir auch Daniel Peter Rutschmann zu der Goldmedaille und Stefanie Zbinden zu ihrer Silbermedaille.

Rohbau/Baustelle in Innopolis

Ein Rohbau in Innopolis gegenüber der besuchten Ausstellung

Die Begleitung besuchte heute das Dorf Svijažsk, gegründet als Vorposten in der russischen Eroberung Kasans. Das ehemalige Kloster diente von den 1950ern bis 1990ern als Psychiatrie und beherbergt nun wieder eine Handvoll Mönche. Die – vom Verweilen bei der erneuten Folkloreshow abgesehen – große Eile der Führung bei angenehmem Sonnenschein machte das Fotografieren umso aufregender. Die Contestants betätigten sich hingegen in einigem Abstand von Svijažsk in archaischer Waffentechnik (!). die Ermittlungen, wo dies gewesen sein mag, laufen noch. Vor der Preisverleihung und den Festessen besuchen morgen die Contestants noch die Universität Kasans (das heißt wesentlichere Teile als die im Universiadendorf), währends sich Team und Deputy Leaders in einer letzten (womöglich langen) Sitzung mit vorgesehenen Regeländerungen, Postenvergaben und den nächsten IOIs befassen.

Eine Leiter und sehr schmale Fenster an einer weißen Fassade

The future is now/has been: Schon jetzt ist ein Foto eines Gebäudes der Universität von Kasan zu sehen, die die Contestants morgen besuchen werden.

Spannung an der Spitze

Dienstag, August 16th, 2016

Noch etwa eine halbe Stunde, dann ist auch der 2. Contest der IOI 2016 vorbei. An der Spitze ist es spannend: Ce Jin aus China hat heute volle Punktzahl (bislang als einziger) und liegt mit insgesamt 597 von 600 Punkten vorne. Sein Landsmann Zuofan Wu, der am ersten Tag volle Punktzahl hatte, kann ihn als einziger noch überholen. Allerdings kämpft er schon länger mit der Aufgabe „Aliens“, heute die offensichtlich schwierigste Aufgabe.

Blick durch eine verschlungene Metallplastik auf die Treppe der Sportakademie, wo der Hashtag #IOI2016 aufgebaut wird.

Im Fokus: Ein Hashtag wird generiert.

Die deutschen Teilnehmer haben mit den vorderen Rängen leider nichts zu tun. Allein Nicolas Faroß liegt im Bereich der Bronzemedaillen. Wenn das so bleibt, dürfte dieses Ergebnis das schwächste Abschneiden eines deutschen IOI-Teams bedeuten.

2. Contest

Dienstag, August 16th, 2016

Seit gut 90 Minuten läuft in Kazan der zweite Contest der IOI 2016. Der Verlauf kann wieder in Echtzeit verfolgt werden, zumindest was den Punktestand angeht. Viel lieber würde man natürlich in den Hirnwindungen der Teilnehmer Mäuschen spielen und mitbekommen, wann ihnen die genialen Ideen kommen – oder weshalb sie in die falsche Richtung denken und die genauen Lösungswege nicht erkennen. Das algorithmische Problemlösen ist halt doch kein Sport, bei dem man einfach erkennen kann, wer schneller läuft, höher springt, den nächsten Punkt oder das nächste Tor macht, eleganter und sicherer turnt oder reitet, den Gegner auf die Matte wirft oder den nächsten Schuss ins Schwarze bringt – oder nicht. Bei der IOI wäre lautes Denken wohl die beste Möglichkeit, den „Kampf“ um die richtigen Lösungen nachzuvollziehen.

Bei der Aufgabenauswahl am Vorabend haben die Teamleiter lange über eine vergleichsweise leichte Aufgabe diskutiert, die in ähnlicher Form auf einer eher exotischen Website veröffentlicht ist. Sie wurde von der Mehrheit angenommen, sicher auch weil sie wohl die leichteste Aufgabe dieser IOI ist. Im Echtzeit-Ranking sind die Punkte für diese Aufgabe unter Spalte 4 zu finden. Hier kann man einige Punkte machen, indem man alle möglichen Antworten daraufhin überprüft, ob es sich um eine richtige Lösung handelt. Brute Force, also rohe Gewalt nennt die Informatik diese Vorgehensweise recht illustrativ. Wegen des damit verbundenen hohen Rechenaufwands ist sie meist nur für sehr einfache Probleme und kleine Datenmengen geeignet. Wie man sieht, gibt es für diese Aufgabe nach mittlerweile 100 Minuten schon reichlich 100-Punkte-Lösungen (für die man aber komplexere Lösungsansätze benötigt) – leider aber noch nicht von den deutschen Kandidaten. Warten wir’s ab und drücken die Daumen!

Ausflug nach Kasan

Dienstag, August 16th, 2016
Eine leere, weiße Zeltbühne vor der Kasanka

Bühne: Sparsam besetzt, die Plätze sind bislang nicht eingenommen.

Der heutige wettbewerbsfreie Tag führte Contestants und Begleitung am Morgen wieder nach Kasan. Die Stadttour zum Thema „Sport in Kasan“ erwies sich als nicht überbordend, aber informativ (es sind also 17.000 Schlafplätze in Universiade Village). Recht schnell wurden alle aus den Bussen gepeitscht und konnten sich am Ufer der Kasanka – wenn sie denn wollten – insbesondere auf Inline-Skates vergnügen. Die Klaviereinlagen einzelner Contestants taten das Übrige zu guter Oberfläche und gutem Wetter.

Nico, Marian, Viktor und Nicolas vor der Kasanka

Contestants (Reihe oben) vor der Kasanka mit ihren Badges (Reihe unten)

Der Ausflug bei vollem Tageslicht (vgl. dagegen gestern) bot umso mehr Gelegenheit, fotografischen Nachschub für diesen Blog zu beschaffen. Das Nachmittagsprogramm bot den Contestants an das Sabantuy-Fest angelehnte mehr oder weniger sportliche und weniger oder mehr grausame (einen Fisch in einem Becken fangen) Aktivitäten.

Ausschnitt aus dem Haus der Presse in Kasan

Inmitten des Gewirrs aus zaristischem, sozialistischem und postsozialistischem Klassizismus mit wahlweise griechischen und/oder islamischen Bezugspunkten findet sich auch das (fragwürdig „modernisierte“) konstruktivistische Haus der Presse von 1935.

Morgen früh um 9:00 Ortszeit (UTC+3) startet die zweite und letzte Contestrunde. (Einen Schritt zurück: Die Übersetzungsarbeit ist hoffentlich bald bei allen Teams abgeschlossen, sodass die Depütierten ins Bett kommen können.) Die Ergebnisse werden also morgen Mittag vorläufig und morgen Abend endgültig feststehen.

Auschschnitt des Im-Bau-Befindlichen Riesenrads in Kasan

Das derzeit nicht funktionstüchtige der beiden Riesenräder Kasans

1. Contest und Ausflug nach Kasan

Montag, August 15th, 2016
A crowd in front of the contest hall (labelled as such by a sign)

Hier ist die Diffusion der Geschöpfe zwischen Contest-Raum und Außen noch großteils behindert.

Die Ergebnisse des ersten Contests stehen fest (es gab keinerlei Anfechtungen): Einzig Zuofan Wu erreichte eine volle Punktzahl, Ce Jin und Vladislav Makeev folgen mit nur drei von dreihundert Punkten Abstand, indem sie eine Teilaufgabe weniger in der Aufgabe shortcut lösten. Aus dem unserer Auswahl entsprungenen Team liegen Nicolas und Marian im Bronze-Bereich, in dem der Großteil der Punkte auf die Aufgabe molecules stammt, die mehr als die Hälfte der Contestants vollständig gelöst haben.

Die Kasanka, davorn Laternen, dahinter Schornsteine

Erste Näherungen des Blicks an Wolga und Kasanka (ein nichtrepräsentativer Ausschnitt hier im Bild) fanden statt.

Die Begleitungen der Teams hielten übrigens während des Contests die zugehörige Konferenz ab, zu der einige der diesjährigen Beiträge der IOI-Zeitschrift Olympiads in Informatics vorgestellt wurden. Zentral für einen Großteil der Beiträge waren Fragen, wie versucht werden kann, junge Leute trotz sehr ungleicher Bedingungen (gedacht sei an die fortwährende massive Untereinbeziehung von Mädchen bei der IOI, länderspezifisch auch an Unterschiede zwischen Zentren und Peripherie, zwischen Elite-Schulen und gewöhnlichen Schulen) in der Breite und auf allen Stufen jeweils erfolgreich damit vertraut zu machen, mit informatischen Problemen umzugehen. Teils richtete sich der Blick auf eher landesspezifische Organisationsfragen, teils auf eher allgemeinere didaktische Überlegungen. Mit algorithmisch interessanter Thematik wartete der Vortrag zur Einsetzbarkeit von Wavelet-Bäumen in Wettbewerben auf.

Stern auf der Spitze eines Tores des Kasaner Kremls, verdeckt von den Ästen eines Baums

Trotz verdeckendem Wuchs und Unschärfe (Bild) ragt der Stern als Spitze des Tores klar, deutlich, einzeln in die Luft.

Der nachmittägliche Ausflug führte – von folkloristisch motivierten Zwischenhalten abgesehen – in die Altstadt, in der dem Kasaner Kreml ein kurzer Besuch abgestattet wurde. Weitere Berichte folgen, morgen früh geht es wiederum gen Stadtzentrum.

Mauer des Kremlins von Kasan, davor eine Straße und eine Wiese. Ein grünes Ampellicht

Grünes Licht: Aus den Mauern des Kremlins wird nun in die des Universiade Villages zurückgeführt.

Echtzeit-Ranking

Sonntag, August 14th, 2016

Nur ein kurzer Hinweis: Der 1. Contest der IOI 2016 läuft. Es gibt wieder ein Echtzeit-Ranking.

Nach dreieinhalb Stunden liegen Nicolas Faroß und Marian Dietz im Bereich der Medaillen. Aber es ist natürlich noch alles offen.