Kurz vor Ende der Fußball-WM ist das Team Deutschlands (德国) zur Internationalen Informatikolympiade in Taipeh gelandet! Trotz des anstrengenden Fluges und damit einhergehenden Schlafmangels machten sich einige am Ankunftstag noch auf in den Zoo. Daran, dass die Motivation dazu nach einiger Zeit aufgrund der großen Hitze ein wenig nachließ, konnten leider auch die Außenklimaanlagen wenig ändern. Zur Belohnung gab es aber exotische Tierarten zu sehen, insbesondere die „Hauptattraktion“ des Zoos, eine Pandafamilie. Glücklicherweise sind die Räumlichkeiten für den Wettbewerb aber angenehm kühl. Die Eröffnungszeremonie war erfreulich kurzweilig mit „dragon dances“ und Diabolo-Darbietungen.
Let the games begin
Juli 14th, 2014Ende der BOI 2014
April 29th, 2014Das Ergebnis stand nun heute fest und materialisierte sich in der Medaillenvergabe: Jarosław Kwiecień landete mit 479 Punkten auf dem ersten Platz. Nur dadurch, dass er als einziges eine Teilaufgabe der wohl schwierigsten Aufgabe „Demarkationen“ anging, konnte er sich vom zweitplatzierten Aleksejs Zajakins absetzen. Aus unserem Team konnte Felix Bauckholt eine Silber-Medaille erlangen. Eine Häufung im Silber-Bereich konnte auch mit dem zweiten Contest-Tag nicht ganz aufgelöst werden, sodass er sich mit drei anderen Contestants auf den siebten Platz teilte. Gregor Matl (mit 236 Punkten) und Manuel Gundlach (mit 229 Punkten) erhielten beide je eine Bronze-Medaille. Unser Gast-Contestant Paul Gölz, der außer Konkurrenz, aber als Teil des Qualifikationsprozesses für die IOI teilnahm, erhielt zwar keine Medaille, doch erreichte beachtliche 275 Punkte.
Einen Glückwunsch an alle, die teilgenommen oder Geburtstage hatten (von denen einige hier begangen wurden)!
Morgen steigen wir zu unheiliger Stunde (6:50, noch früher als unser heutiger Ausflug) in die Luft, womit wir den Aufenthalt in Litauen beenden werden. Wir danken für alle Solidarität mit uns in dieser Situation!
Ausflugtag bei der BOI 2014
April 29th, 2014Der heutige Morgen bereitete uns ein unangenehmes Erwachen: In früher Stunde hieß es, mit dem Bus aufzubrechen zur Kurischen Nehrung. Erster Stopp: Contestants, Guides und Depütierte fanden sich ausgesetzt in einem surrealen Wald wieder, in dem die Fische auf dem Waldboden schwommen, umgeben von einem Nebel von Insekten, angegriffen von Hitchcock’schen Vögeln – doch mehr von ihnen waren tatsächlich am Leben. Auch die Ordnung der Zeit geriet in diesem Umfeld aus den Fugen, sodass Felix von dannen blieb, bis jeder bereit war, ihn zurückzulassen und auch die ihm nachgeschickten Guides auszusetzen, nur noch zögerte, Angehörige zu informieren, bis dann das Wiedererscheinen all diese Erwartungen zusammenbrechen ließ.
Zweiter Stopp: Erleichtert und heiter ging es zur Großen Toten Düne. Unsere Jugend setzten wir in leichtfüßigem Flug dem Tod der Düne entgegen und wir erlebten einen schönen Frühlingstag, der doch zu Ende ging und uns den Ort nicht heiterer verlassen ließ, vergebens war.

Die Jugend auf der toten Dühne: Paul, Manuel, Gregor, Felix, Moritz, Phillip, Friedrich, Greta, Jonathan (im Uhrzeigersinn)
Dritter Stopp: Stattlich und feist trat die Gesellschaft von den Stufen des Busses hinab, in den Ort Nida hinein. Viele Wege kreuzten einander bei den die folgenden Stunden vereinnahmenden Suchen und Märschen und Mittagessen in Gruppen, wie von dem Plan vorhergesehen, der uns trieb zwischen Leuchttürmen und deutschsprachigen Gräbern, zwischen profanen Blumen und Heiligen.
Nachspiel: Und sie begannen zu singen, Contestants, Depütierte im Bus, nun vollends den Übergang schaffend vom Musiktheater zum Liedervortrag.
BOI 2014 in Palanga: Zweiter Contest-Tag
April 29th, 2014Nun ist auch der zweite Contest-Tag vorbei. Der nachmittägliche Ausflug führte fort von der Ostseeküste ins Landesinnere zur ehemaligen sowjetischen Basis Plokštinė für nuklear bestückte Mittelstreckenraketen, in der heute ein Museum zum kalten Krieg untergebracht ist.

Der Teil der Theatertruppe, der mit der sogenannten deutschen Delegation identisch ist, bei einer Pause von der Schauspielerei und Statisterie.
Der Ausflug bot auch die Gelegenheit, Der gute Mensch von Sezuan von Bertolt Brecht in gekürzter Fassung zu inszenieren: Auf der einen Seite die Enge des Busses, die Verwinkelungen des Tabakladens und die Unübersichtlichkeit in der Anwesenheit der Figuren widerspiegelnd, auf der anderen Seite das Dach eines Raketensilos als Übersteigerung der großen Theaterbühnen mit ihrer Mechanik. Dank und Achtung gilt auch dem Guide Greta für ihr Meistern der Umlaute in der Rede der Hausbesitzerin trotz der geringen Kenntnisse der deutschen Sprache. Desweiteren konnten improvisierte Gesangseinlagen durch Infragestellung gewohnter Vorstellungen von Melodiösität und Gleichmäßigkeit überzeugen.
Beim vormittäglichen Contest konnte Jarosław Kwiecień den ersten Platz in der Gesamtwertung übernehmen. Unter den aus unserer Qualifikation heraus Entsandten landete Felix Bauckholt mit einem zu viert geteilten siebten Platz am weitesten vorne, womit ihn eine Silber-Medaille erwartet.
Jom haSchoah
April 28th, 2014Der zweite Contest-Tag der BOI fällt dieses Jahr in Palanga mit Jom haSchoah zusammen, dem seit 1953 begangenen Gedenktag an die Schoah. Die Kleinstadt Palanga wurde am ersten Tag des deutschen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion, dem 22. Juni 1941, von deutschen Truppen eingenommen, woraufhin die Verfolgung des jüdischen Bevölkerungsteils unmittelbar einsetzte. Damals war Palanga bereits als Reiseort etabliert, sodass neben den jüdischen Ansässigen auch für ein Pionierlager angereiste Jugendliche betroffen waren, welches am selben Tag von den Deutschen bombardiert wurde. Bereits am 27. Juni erschoss die Gestapo mindestens 105 jüdische Männer in den Dünen im Süden der Stadt. 200–300 jüdische Frauen und Kinder wurden dann am 12. Oktober 1941 im Wald im Nordosten Palangas ermordet. Mit dem Jahr 1941 und dem deutsch-sowjetischen Krieg ging die nationalsozialistische Verfolgungspolitik gegen die jüdische Bevölkerung im deutschen Einflussbereich zur gezielten und systematischen physischen Auslöschung über.

Gedenkstein an die Massenerschießung vom 27. Juni 1941, gelegen im Birute-Park nahe dem Ort des Ereignisses.
Zur Schoah in Palanga siehe beispielsweise Arūnas Bubnys: Holocaust in Lithuanian Province in 1941, S. 43–45.
BOI 2014 in Palanga: Erster Contest-Tag
April 27th, 2014Nach später Ankunft am Freitag am Flughafen von Palanga und Eröffnungszeremonie am Samstag fand heute der erste Contest bei der Baltischen Olympiade 2014 statt.

Friedrich, Paul und begleitender Simon entfliehen sturmartig dem morgendlichen Ostseewasser, erfrischt und motiviert dem Contest entgegen.
Der erste Contest brachte noch große Häufungen auf einzelnen Punktzahlen. Auf Platz eins steht Konrad Paluszek vom polnischen Team mit der einzigen vollen Punktzahl, gefolgt von Jarosław Kwiecień (ibid.) und Aleksejs Zajakins vom lettischen Team auf demselben Platz. Aus unserem Qualifikationsbetrieb für die IOI konnte Friedrich Hübner heute am besten abschneiden und Platz neun teilen. Felix Bauckholt, Paul Gölz (als Gastteilnehmer außer Konkurrenz) und Gregor Matl haben wie fünf weitere Contestants genau die Hälfte der Punkte erlangen können, womit sie bislang noch auf einem Silber-Rang stehen.
Die „Depütierten“ besuchten während des Contests das Bernsteinmuseum von Palanga. Am Nachmittag dann wurde ein Großteil der Contestants zum Badminton-Spiel einberufen. Eine kleinere Gruppe führte es ins Dorf Žibininkai. Der dortige Wald bot einen vergnüglichen Aufenthalt und so manche Skulptur.

Das Motiv der Schaukel wurde im litauischen Kunstbetrieb nicht erst mit diesem Blogeintrag eingeführt – Andrius Petkus sperrte dieses 2011 in einen Vogelkäfig („La Dolce Vita“)
Morgen steht schon der zweite Contest an, dessen Vorbereitungen nun in den letzten Zügen sind.
CU CEOI – in Jena!
Oktober 19th, 2013Adria, Sonne, Wasserfälle, historische Städte – da fehlte nur noch eines: eine Medaille für das deutsche Team. Damit hat es geklappt: Friedrich Hübner wurde für seinen Platz in der oberen Hälfte des Teilnehmerfeldes mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Schon im April, bei der in Rostock ausgerichteten Ostsee-Olympiade, hatte er Bronze gewonnen und beschließt dieses Informatikolympiadenjahr also mit doppeltem Edelmetall. Herzlichen Glückwunsch!

Deutsches CEOI-Team nach der Siegerehrung (vlnr): Friedrich Hübner, Philip Wellnitz, Moritz Hilscher und Manuel Gundlach
Die anderen Mitglieder des deutschen Teams verfehlten die Medaillenplätze ein wenig unglücklich: Moritz Hilscher, der am ersten Tag noch gut gelegen hatte, hatte am zweiten Tag weniger Glück, und bei Philip Wellnitz war es umgekehrt. Insgesamt braucht es also noch mehr Stabilität. Wie gut, dass alle Mitglieder des Teams noch mindestens ein Olympiaden-Jahr vor sich haben, Friedrich und Philip sogar zwei; auf den Leistungen dieses Jahres lässt sich sicher noch einiges aufbauen.
Die deutsche Medaille ging also nach Jena, Friedrich ist Schüler des dortigen Carl-Zeiss-Gymnasiums. Als solcher wird er ganz sicher auch im nächsten Jahr die CEOI erleben: die wird nämlich im Juni 2014 in Jena ausgerichtet, von BWINF in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Mathematik und Informatik der Friedrich-Schiller-Universität und eben dem Carl-Zeiss-Gymnasium. Wir freuen uns schon drauf – CU CEOI!





